UBERirdisches Logo: Bits & Atoms

in Design

Uber muss wohl nicht mehr vorgestellt werden. Wenn über das Unternehmen berichtet wird, dann meist negativ – zumindest in Deutschland. Augenblicklich diskutieren Designer und Designinteressierte über das neue Logo des Taxi-Dienstleistungs-Vermittlers. Obwohl, nein. Nicht über das Logo von Uber wird geredet, sondern über das (eigentlich erst einmal viel unwichtigere) App-Icon des Unternehmens. Da das Icon jedoch essentiell wichtig für den Dienst von Uber ist, ist die Frage wie wichtig oder unwichtig das Icon ist. Aus Gewohnheit nutzen viele Unternehmen für App-Icons ihr Logo. Ihr Dienst – Ihr Logo. Nicht unbedingt richtig aber auch nicht unbedingt falsch. Insbesondere, weil Icon und Logo häufig komplett andere Aufgaben und Anforderungen haben.

Uber formerly known as the seltsame Symbol

DAS Icon ist eigentlich ein Zwillingspaar: Rider-Icon und Driver-Icon. Es gibt also ein Icon für die Uber-App des Fahrers und eines für die Uber-App des Mitfahrers. Das Rider-Icon ist das wohl am häufigsten gesehene Icon von Uber und sehr simpel aufgebaut:

  1. Mittig: ein abgerundetes Quadrat
  2. Das Quadrat wird von einem Kreis umschlossen
  3. Auf der linken Seite ist der Kreis vom Rand bis zum Rechteck waagerecht durchbrochen
  4. Um den Kreis herum ist eine abgerundete Farbfläche mit einem einfarbigen Muster

Uber_Icons_vorherUber_Icons_nachher

Fein. Das Driver-Icon verhält sich ähnlich. Statt dem Kreis ist es hier ein auf die Spitze gestelltes Sechseck, welches von zwei Seiten zum Quadrat hin durchbrochen wird (von oben und unten). Die Farben variieren je nach Region, Stadt und Land, wie auch die Muster aus den Linien. Sehr gut. Oder eben nicht.

Die Herleitung ist ganz groß: Das Viereck stellt ein Bit dar, der Kreis ein Atom. Beides ist jeweils der kleinste Baustein von Mensch und Maschine. Klingt interessant, aber so ist das mit Herleitungen. Sie entstehen meistens nach der Fertigstellung von Logo oder Icon. Selbst wenn es hier ausnahmsweise nicht der Fall wäre: Die Herleitung ist extrem generisch und hebt weder die Dienstleistung, noch den USP von Uber hervor. Denn dass der Ansatz auf Uber passend erscheint, mag sein, aber das ist er genauso auf jedes andere Unternehmen der Welt, das etwas mit Maschinen und Menschen zu tun hat.

Uber ultimately succeeds because we think the human stuff first, but the way we do it, that’s our secret.

Knapp über 4 Jahre hatte das bisherige Uber-Logo auf dem Buckel. Doch da der einstige Taxi-Service in Deutschland Niederlagen und das Unternehmen Expansionen erfahren hat, musste das Erscheinungsbild runderneuert werden. Wer weiß schon hierzulande, dass das 2009 gegründete Unternehmen Uber viele verschiedene Dienstleistungen anbietet bzw. plant? UberPOP (Taxi-Service mit Privatfahrzeugen; in Deutschland eingestellt), UberX, UberPOOL, UberBLACK, UberXL, UberRUSH, UberFRESH, UberEATS, self-driving cars. Das sind sicherlich nicht alle, jedoch scheint selbst Uber da nicht mehr komplett durchzublicken.

Dass ein farblich variables Gebilde aus Grundformen mit willkürlich wirkenden Pattern im Hintergrund dem Markenaufbau hilft, Uber mit seinen tausenden Untermarken und Dienstleistungen bei den Menschen da draußen sympathisch und verständlich rüberzukommen, darf bezweifelt werden. Da gilt es schleunigst (auch optisch) aufzuräumen und Uber ein klares Gesicht zu geben. Wir sind gespannt, wann die Medien die Schlagzeile „Sie haben sich UberNommen“ bringen.

Uber_Logo_vorherUber_Logo_nachher

Kein Über-Logo

Sauberer und schöner als die Icons ist das Logo bzw. die Wortmarke von Uber geworden. Die Ecken der Schrift wurden abgerundet, die Serifen Schnörkel entfernt und die Laufweite erheblich verringert. Das Logo ist nun fetter, wirkt selbstbewusster. Ich persönlich mag auch die Rundungen an den Ecken und in den Punzen, das ist aber sicherlich nicht jedermanns Fall. Wenngleich das Logo nun etwas weniger Charakter hat und austauschbarer wirkt, macht es doch einen guten Eindruck.

Quellen:
newsroom.uber.com
brand.uber.com
en.wikipedia.org/wiki/Uber_(company)

Fotos:
www.uber.com

Bubble ist in London geboren, aufgewachsen in München, lebt im Allgäu und kann sprechen wie Donald Duck. Ansonsten geht's ihm gut.

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